Programmausschuss

Beispiele für Büttenreden findet ihr hier

Der Ausschuss Programmgestaltung informiert!

August 2021

Nach nunmehr 277 Tagen trafen sich wieder Vertreter aus 10 Vereinen in Stollberg, OT Mitteldorf zum diesjährigen Workshop des Programmausschusses. Dieser stand unter dem Hauptmotto: „Wieviel Brauchtum gehört ins Programm?“. Um die 22 Teilnehmer etwas auf das Thema einzustimmen, gab es am Anfang ein paar kurze Ausführungen durch die Programmausschussmitglieder Winfried  König und Michael  Hupfer zu wichtigen Punkten der Ethik-Charta des Bundes Deutscher Karneval und zum sächsischen Brauchtum mit Auszügen aus den Veröffentlichungen des Brauchtumsausschusses des Verbandes Sächsischer Carneval. Im Anschluss informierte noch Kosmia Bretschneider über die Entstehungsgeschichte der Tanzmariechen und weiterhin über Kleidungsbestimmungen und Auftrittsmöglichkeiten. In der anschließenden Diskussion wurden viele praxisbezogene Fragen der Vereine erörtert. Nicht allen Teilnehmern war zum Beispiel bekannt, dass es eine Ethik-Charta des BDK gibt und was sie beinhaltet. Dabei gab es gerade diesbezüglich eine Menge Fragen, welche in Zusammenhang mit Werte und Grenzen des Närrischen Treibens, mit der Kommerzialisierung oder der Heranführung der Jugend zur Weiterführung des karnevalistischen Brauchtums standen. Ein gemeinsamer Konsens war, dass es besonders wichtig ist, bei der Programmgestaltung, insbesondere bei Textbeiträgen aber auch schon in der Vorbereitung, zum Beispiel bei der Plakatgestaltung, darauf zu achten, dass es nicht zu zweideutigen Auslegungen durch Dritte kommen kann. Gerade in der heutigen Zeit gibt es immer wieder Beispiele, wo besonders die Presse mit ungewöhnlichen Gedankengängen versucht, Posse und Witz auf ihre Weise zu interpretieren und damit die Vereine in ein zwielichtiges Licht zu stellen. Mit der Heranführung der Jugend ergibt sich auch mehrfach die Situation, dass der Anteil der tänzerischen Darbietungen den Textbeiträgen überwiegt und vielleicht auch den sogenannten Standartteil immer weiter zurück drängt. Natürlich ist der Standardteil mit Einmarsch Elferrat, Prinzenpaar, Gesetzen, Prinzenreden, Vorstellung des Elferrates, Funkengardentanz und Mariechentanz ein sich immer wieder wiederholender Akt, der durch das Publikum schnell als langweilig oder zu lang empfunden wird. Hier gab es von verschiedenen Vereinen gute Hinweise, wie man das umgehen kann. Zum Beispiel kann man den Standardteil nicht am Anfang des Programmes zeigen, sondern erst etwas später oder man teilt ihn auf mehrere Programmpunkte auf, so dass damit auch das Programm aufgelockert wird. Prinzipiell sind aber alle Vereine darauf bedacht, den brauchtumsbezogenen Teil des Programmes nicht einzuschränken. Um dem Trend „Party, Party, Party“ bei karnevalistischen Veranstaltungen Einhalt zu gebieten ist es wichtig, gerade dem jungen Nachwuchs das Anliegen karnevalistischen Brauchtums und den damit verbundenen Faschingsveranstaltungen deutlich zu machen und zu vertiefen. In diesem Zusammenhang wurden auch einige Fragen der Jugendarbeit angesprochen. Hauptsächlich ging es dabei um die Einhaltung des Kinder- und Jugendgesetzes, zum Beispiel was die Auftrittszeit von Kindern betrifft, aber auch um Fragen der Beschaffung von Fördermitteln für die Kinder- und Jugendarbeit im Verein. Vielen Vereinen war nicht bekannt, dass unter „Jugendliche“ alle Mitglieder bis zum 27 Lebensjahr zählen. Auch die Nachwuchsgewinnung ist ein weitverbreitetes Problem. So gibt es mehrere Vereine, wo die Kinder der Tanzgruppe nicht Mitglieder im Verein sind. Damit ist die Bindung zum Verein nicht gegeben und meist haben diese Kinder dann mit dem Erreichen des Jugendalters auch keinen oder nur geringen Bezug zum Verein. Genauso wurde darauf hingewiesen, dass der Verein auf altersgerechte Musik und Kostüme sowie auf ein natürliches Aussehen seiner Kinder- und Jugendtanzgruppen achten sollte, da man zum Beispiel nie weiß, wer gerade im Saal anwesend ist und private Fotos macht.

Nach dem gemeinsamen Abendbrot nutzten die Teilnehmer noch die Möglichkeit, sich die örtlichen Räumlichkeiten, heißt Garderoben und Veranstaltungssaal (Turnhalle) der Carnevals-Vereinigung Stollberg e. V. anzuschauen. Alles im allen war es wieder ein sehr schöpferischer und intensiver Workshop, bei dem die Teilnehmer ihre Erfahrungen und Ideen austauschen konnten und sicherlich auch so manchen wichtigen Tipp mit in ihre Verein mitnehmen konnten.

Wir freuen uns auf unser nächstes Wiedersehen. Als Hauptthema soll dann Dekoration, Saalgestaltung sowie Licht- und Tontechnik im Mittelpunkt stehen.

 

Saxonia Helau

Euer Programmausschuss

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April 2021

Liebe sächsische Närrinnen und Narren,

wir vom Programmausschuss wollen, sobald es geht, in 2021 wieder interessante Themen zusammen mit Euch im Rahmen von Workshops erörtern und den Teilnehmern Wissen vermitteln und Werkzeuge an die Hand geben damit Ihr dies in Euren Vereinen bei der Gestaltung der Programme anwenden könnt.

Als erstes Thema möchten wir mit Euch eine zentrale Frage erörtern, die mit Sicherheit jedes Jahr bei der Programmgestaltung in fast allen Vereinen zu Diskussionen führt.

Wieviel Brauchtum gehört ins Programm?

Grundsätzlich gehören das Verkleiden, das Lärmen, das Rügen, das Einfordern & Verlangen sowie der Tanz zu den Grundsäulen unseres Brauchtums. Dies muss und sollte auch an die heutige Gesellschaft angepasst werden, so dass wir unseren Gästen ein modernes Programm zeigen können und uns trotzdem im Rahmen der Brauchtumspflege bewegen. Dies zu erreichen ist wahrlich nicht leicht.

In vielen Vereinen sind gerade die Vorstellungen über Art und Inhalt der Veranstaltungen von älteren und jüngeren Vereinsmitgliedern sehr unterschiedlich und so kommt es zu langwierigen Diskussionen die oft nur kontraproduktiv sind.

Wer kennt diese Problematiken nicht!

  1. Alt & Jung in den Vereinen haben sehr oft unterschiedliche Vorstellungen wie das Programm bei den Veranstaltungen gestaltet werden kann.
  2. Wieviel Programm ist überhaupt gewünscht und gewollt.
  3. Gerade junges Publikum möchte sehr oft eine Party, ein Karnevalsprogramm ist nur Beiwerk um den Schein zu wahren.
  4. Bei vielen älteren Vereinsmitgliedern fehlt das Verständnis etwas zu ändern und so hört man immer wieder „Früher haben wir das so gemacht“.
  5. Eine Büttenrede ist in vielen Vereinen kaum möglich, es fehlt im Verein ganz einfach der Büttenredner.
  6. Für gespielte Programmnummern fehlen die Akteure bzw. die kreativen Ideen. Sehr oft ist das Internet die Ideenschmiede.
  7. Ein karnevalistischer Seitenhieb auf die Politik gehört zu unserem Brauchtum. Gern will man der Obrigkeit, ob nun auf kommunaler oder Bundesebene, einen Spiegel vorhalten. Wie funktioniert dies ohne in eine ungewollte Richtung abzudriften und ein falsches Signal nach außen zu setzen.
  8. Die Funkengarden und Solisten wollen all Ihre Tänze zeigen. Gerade die Funken trainieren das ganze Jahr hindurch für diese Auftritte. Das Ergebnis, das Programm wird dann von den Tänzen dominiert.
  9. Und junge Vereinsmitglieder? Nachwuchs gibt es nur, wenn überhaupt bei den Funkengarden.

Was macht Ihr, um all diese Probleme zu lösen?

Gern wollen wir unseren ersten Workshop mit Euch dazu nutzen Eure Erfahrungen zu oben genannten Punkten zu hören. Vielleicht gelingt es uns dadurch Miteinander & Voneinander zu lernen und künftig die oben genannten Problematiken etwas leichter zu lösen.

Fragt einfach nochmal bei uns nach!

Euer Programmausschuss

Workshop Programmausschuss 2020

Nachdem wir im Mai 2020 Corona bedingt keinen Workshop durchführen konnten, war es nun am 18.09.2020 endlich soweit. 18 Karnevalisten von 9 Vereinen trafen sich wieder in Freiberg zu ihrem Seminar 2020. Aufgrund des großen Interesses von 2019 hieß das Hauptthema diesmal Rhetorik. Alle Teilnehmer hatten im Vorfeld 3 verschiedene Büttenreden zugeschickt bekommen, um sich daraus eine Sequenz auszusuchen, welche sie dann zum Workshop vortragen konnten. Eine kritische Jury, bestehend aus den übrigen Teilnehmern, wertete dann den Vortrag aus. Die notwendige Fachkompetenz war durch unsere Hauptjurorin Heidi und Dietmar Brunn, ein Büttenredner vom Klub der Karnevalisten aus Chemnitz gewährleistet.   Die verschiedenen Vorträge wiederspiegelten die Vielfalt der Möglichkeiten, welche den Vereinen zur Verfügung stehen um das gesprochene Wort im eigenen Programm einzubinden. Neben sachlicher Diskussion und Lob und Kritik für die einzelnen Beiträge war vor allem der Konsens zu spüren, das es  sicher einfacher ist zu sagen:  „Unser Publikum will keine Büttenreden!“ als andererseits  den Versuch zu wagen, gemeinsam mit dem Publikum dieses wieder neugierig auf neue Wege und Darbietungen des karnevalistischen Brauchtums zu machen. Neben vielen heiteren Episoden wurden aber auch neue Talente für das rhetorische Brauchtum entdeckt. Auch wenn nur 9 Vereine vertreten waren, so wurde doch deutlich, dass jeder Verein für sich selbst eine individuelle Lösung zur Einbindung des gesprochenen Wortes ins jeweilige Programm finden muss. Alle Teilnehmer waren sich aber einig, dass die während des Workshops dargelegten Erfahrungen und Tipps sehr hilfreich dabei sein werden.

Wir möchten es an dieser Stelle nicht versäumen, uns nochmals ganz herzlich bei Heidi und dem Tivoli Freiberg zu bedanken, ohne deren Unterstützung und Hilfe die Durchführung des Workshops 2020 sicherlich nicht möglich gewesen wäre. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für diesen angenehmen und unter lockerer Atmosphäre stattgefundenen Abend.

Für den nächsten Workshop wurden bereits die Themen „Programmablauf“ und „Bühnen- und Saalgestaltung“ favorisiert. Der mit der Wahl am 05.09.2020 neuberufene Programmausschuss wird sich noch in diesem Jahr zusammenfinden um die nächsten Aufgaben festzulegen. Insbesondere betrifft das den Empfang beim Ministerpräsidenten Sachsens und den Workshop 2021.

 

Programmausschuss des VSC e. V.

Workshop Programmausschuss 2019

Am 27.09.2019 lud der Programmausschuss des VSC zum diesjährigen Workshop ein. Hauptthema war „das gesprochene Wort“ im weitesten Sinne. So ging es natürlich vorrangig um die Büttenrede, aber nicht nur. 31 Karnevalisten aus 13 Vereinen aus allen drei Regionen unseres Verbandes kamen mit großen Erwartungen und wurden nicht enttäuscht. Dafür sorgten vor allem Heidi Hinkel und Konrad Reichelt vom Freiberger Karnevalsklub e. V., die mit ihren Vorträgen nicht nur für die entsprechende lockere Atmosphäre sorgten sondern auch viele wichtige Hinweise zum Aufbau und Darbietung von Büttenreden gaben und auch so manches aus ihrer Trickkiste verrieten. Besonders wichtig war den beiden Urgesteinen der Büttenrede auch der Hinweis, dass die Büttenrede ein wichtiger Bestandteil des karnevalistischen Brauchtums ist und es diese Form des gesprochenen Wortes auch nur beim Fasching gibt. Jeder Faschingsverein sollte diesen uralten Brauch in sein Programm aufnehmen und versuchen das Interesse seines Publikums für diese einzigartige Form der Satire und Posse  wieder zu wecken. Diesbezüglich ist es übrigens erwähnenswert, daß vor allem junge (und junggebliebene) Karnevalisten an diesem Seminar teilnahmen, welche ja vorrangig für die weitere Fortführung des karnevalistischen Brauchtums verantwortlich zeichnen. Neben vielen Fragen an die Referenten kam es aber auch zu einem regen Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern, welche Möglichkeiten es gibt, sein Publikum wieder an das „gesprochen Wort“ innerhalb des Programms aufmerksam zu machen.

Schon während des Seminars gab es den Wunsch auf eine weitere intensive Zusammenarbeit der Vereine und so wurden am Ende zwei wichtige Entscheidungen getroffen:

  1. Vorschlag der Anlegung einer Büttenredenbörse, wo die Vereine ihre Büttenreden für die Nutzung durch andere Vereine hinterlegen können. Der Programmausschuss des VSC wird sich um eine kurzfristige effektive Lösung bemühen. Im ersten Schritt wurde festgelegt, dass interessierte Vereine ihre Reden an Stups vom Programausschuss per Email senden können. Diese werden dann an die bis dato bekannten Emailadressen der Teilnehmer des Seminars weitergeleitet. Kontaktmail: stupsbretschneider@gmail.com
  2. Es gab ein großes Interesse an einem Rhetorikseminar. Diesbezüglich erklärte sich Heidi Hinkel bereits als Referentin bereit, als Termin wurde der April/Mai 2020 favorisiert.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern und natürlich bei den Referenten für einen lehrreichen aber auch lockeren und lustigen Abend. Ein großes Dankeschön auch noch einmal an das Team vom „Tivoli“ in Freiberg, die uns die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung gestellt haben.

Der Programmausschuss des VSC e. V.